Bereits zum dritten Mal riefen RSO, Sozialistische Arbeiterstimme (Deutschland), L'Etincelle (Frankreich) und Speak Out Now (USA) zum gemeinsamen Sommercamp. Mit 125 Teilnehmer_innen war es das bisher größte.

Dieses Mal verschlug es uns ins Vercors, ein eindrucksvoller Gebirgszug im Westen der französischen Alpen. Und auch dieses Mal wieder sollten wir wieder fast die gesamte Woche über Glück mit dem Wetter haben.

Urlaub & Politik

Anders als die meisten linken Sommercamps sind jene der RSO als politische Urlaubscamps konzipiert, da viele berufstätige Menschen und auch Menschen mit Kindern teilnehmen. Das heißt: Es gibt zwar fast jeden Tag ein Angebot an Vorträgen und Workshops, der Schwerpunkt liegt aber in der gemeinsamen Freizeitgestaltung. (Dass hier oft viel entspannter und besser politisch diskutiert werden kann sei nur nebenbei erwähnt).

So wurden fast jeden Tag Wanderungen in der Umgebung organisiert, unter anderem auf den höchsten Gipfel des Vercors (2350m). Daneben gab es zum Beispiel Ausflüge ins Museum der französischen Revolution, ins Museum der Résistance (die im Vercors besonders stark war), in eine Tropfsteinhöhle oder eine Gourmet-Tour durch die umliegenden Dörfer.

Schön zu sehen war auch, dass viele Genoss_innen ihre Skills bzw ihr Wissen aus den jeweiligen privaten Hobbies oder Berufen einbrachten und der Allgemeinheit zur Verfügung stellten. So gab es etwa fast jeden Tag angeleitetes Box-Training oder Felsklettern. Am Morgen wurde sogar regelmäßig Wasser-Gymnastik angeboten – von einem Aktivisten der als Bademeister arbeitet. Klingt lustig. Ist es auch.

Im kulturellen Bereich gab es beispielsweise einen über die ganze Woche stattfindenden Photo-Workshop oder eine Einführung in den Rock&Roll-Tanz. Ein Filmteam präsentierte am letzten Abend einen eigens am Camp gedrehten Kurzfilm.

An den Abenden gab es wieder Highlights wie eine Quizshow oder einen „kommunistischen Fünfkampf“, wo die Teilnehmer_innen in Gruppen („Parteien“) gegeneinander antraten und anhand von Party-Spielen die Geschichte der Arbeiter_innenbewegung durchschritten. Bei einer Jam-Session fingen Teilnehmer_innen des Spoken Word Poetry-Workshops spontan an, über den Beat der Musiker_innen zu rappen.

Diskussion & Austausch

Das Angebot an politischen Workshops und Vorträgen war vielfältig. Von Religion und Neurobiologie über die Serie „The Wire“ bis zum Ende der DDR. Kritisch besprochen wurden auch historische Fragen wie die Politik der Bolschewiki in der frühen Sowjetunion oderaktuelle Entwicklungen in Frankreich und Spanien. In einer Plenardebatte diskutierten Aktivist_innen aus allen vier Ländern die Erfahrungen mit der jeweiligen Flüchtlingspolitik und Bewegungen rund um dieses Thema. Außerdem gab es Treffen zum Austausch von Beschäftigten und Aktivist_innen im Transportsektor oder im Krankenhaus-Bereich. Bei letzterem ein heißes Thema: Die aktuelle Care Revolution-Kampagne in Wien.

Gemeinsam & Solidarisch

Die Gestaltung unserer Camps ist kein Zufall sondern Ausdruck unserer politischen Herangehensweise:

  • Angebote für verschiedene Milieus und alle Altersgruppen und nicht nur für eine studentisch geprägte linke Szene.

  • Fokus auf die politische Arbeit in Betrieben,

  • Solidarische Debatte (auch gegenüber anderen Linken) statt oberlehrerhaftem Auftreten.

Wer nun Lust bekommen hat, gemeinsam mit uns aktiv zu werden und/oder nächstes Jahr bei unserem Sommercamp dabei zu sein – du bist herzlich eingeladen mit uns Kontakt aufzunehmen!

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