Unter dem Motto "Pflege am Boden - wir stehen auf!" machten am diesjährigen 1. Mai dutzende Krankenpfleger_innen aus verschiedenen Wiener Spitälern und solidarische Aktivist_innen beim traditionellen Maiaufmarsch der SPÖ auf sich aufmerksam. Die Aktion wurde organisiert von der Kampagne CARE Revolution Wien, die maßgeblich von uns sowie von Genoss_innen der Gruppe Arbeiter*innenstandpunkt (Betriebsflugblatt „Herzschlag“ im AKH) mitgetragen wird.

Ab 9 Uhr sammelten wir uns am Stand der CARE Revolution direkt vorm Burgtheater, es gab erste Ansprachen und Sprechchöre. Dann marschierten wir an den Ordnern vorbei um Basis und Führung der SPÖ auf die Situation der Krankenpfleger_innen aufmerksam zu machen. Auf ein vereinbartes Signal („Pflege am Boden“) legten sich alle hin und ein kurzes Statement wurde verlesen. Mit dem Sprechchor „Pflege am Boden – wir stehen auf“ erhob sich die Pflege dann symbolisch und wortwörtlich und der Flashmob marschierte lautstark in Richtung Bühne. Eine Aktion die für alle Beteiligten – ob lange Jahre aktiv oder zum ersten Mal auf einer Demo – sehr motivierend und selbstermächtigend war. Während Häupl und Co etwas verdutzt dreinschauten, als sie mit Schildern wie „Keine Wahl – Streik im Spital!“ oder „Häupl 22h ins Gangbett“ konfrontiert wurden gab es durchaus Applaus von anwesenden Teilnehmer_innen des Maiaufmarschs. Etwa 15 Minuten später wurde die Aktion dann auf dem Ring noch einmal wiederholt, denn Gesundheitsstadtträtin Sonja Wehsely war im Anmarsch. Doch diesmal reagierten die SPÖ-Funktionäre blitzschnell und zogen die Politikerin 100 Meter vor dem Flashmob aus dem Maiaufmarsch. Eine Konfrontation mit der kritischen Basis, das geht schließlich gar nicht im Denken dieser Leute.

Die RSO macht seit Jahren politische Arbeit im Krankenhausbereich. Beim Verteilen unseres monatlichen Betriebsflugblatts „KLARTEXT“ hörten wir auf den Stationen immer wieder Aussagen wie „ihr habt ja eh recht, aber man kann halt nichts machen“. Wir denken: Gemeinsam können wir etwas machen! Und diese Aktion war ein schönes Beispiel dafür. Allerdings, und das ist uns wichtig: Wir stehen für Selbstorganisation der Kolleg_innen in den Betrieben und gegen Stellvertreter_innenpolitik. Linke Aktivist_innen von außerhalb können hier unterstützen, koordinieren und politische Perspektiven vorschlagen. Und wir stehen für langfristige und kontinuierliche Arbeit. Wir wollen Beziehungen und Vertrauen aufbauen und uns nützlich machen. In diesem Sinn rufen wir auch andere Linke dazu auf: Macht euch nützlich!

Wir werden einen langen Atem brauchen, denn die Verschlechterungen im Gesundheitsbereich sowie allgemein die Angriffe auf soziale Standards werden weiter gehen. Wir werden Courage brauchen, denn ihre Verleumdungen von Protest und Widerstand werden ebenso anhalten. Und wir werden Unterstützung brauchen, deine Unterstützung, denn wir wollen viel, vier mehr sein. Dieses System macht uns krank, kämpfen wir für unsere Gesundheit!

 
Wer ist die RSO?
 
Die RSO (Revolutionär Sozialistische Organisation) arbeitet am Aufbau einer Organisation, die in Kämpfen eine Perspektive über den Kapitalismus hinaus aufzeigen kann. Wir nehmen an Demonstrationen und Aktionen teil, diskutieren solidarisch über unser Verständnis von Politik und welche Strategien wir brauchen und tauschen uns mit anderen AktivistInnen aus. Wir sind in Wien aktiv, haben aber Kontakt zu Gruppen und AktivistInnen in anderen österreichischen Städten und anderen Ländern.
 
Für Revolution und Sozialismus einzutreten, bedeutet über den engen Kreis der Linken hinauszuwirken und unsere Ideen in der ArbeiterInnenklasse zu verbreiten. Wir geben deswegen seit mehreren Jahren das Betriebsflugblatt Klartext in Wiener Krankenhäusern heraus, mit dem wir Missstände anprangern, KollegInnen ein Sprachrohr bieten und versuchen, Basisaktivitäten zu vernetzen. Mit anderen AktivistInnen gemeinsam haben wir die Initiative Care Revolution aufgebaut und diverse Demonstrationen und Protestaktionen organisiert
 
Für uns ist der Kampf gegen konkrete Ausbeutung am Arbeitsplatz, Unterdrückung durch Sexismus und Rassismus und die katastrophale Umweltzerstörung immer Verbunden mit einem Kampf gegen den Kapitalismus, der eine solidarisches Zusammenleben verhindert.