Gilets Jaunes: Die Gelben Westen in Frankreich

Hier veröffentlichen wir Artikel zur Gelbwesten-Bewegung in Frankreich. Die meisten Artikel stammen von unseren französischen GenossInnen, die im betrieblichen und gewerkschaftlichen Umfeld, im SchülerInnen- under Studierendenbereich und in der Bewegung der Gelben Westen aktiv sind, und versuchen diese Bereiche und Kämpfe mit gemeinsamen Perspektiven zusammen zu führen.

Im 1. Teil unseres Artikels haben wir die soziale und politische Charakterisierung der Bewegung der Bewegung vorgenommen und ihre Entwicklung dargestellt.

Im 2. Teil des Artikels gehen wir auf die Positionen der französischen Gewerkschaften gegenüber der Gelbwestenbewegung ein und beschreiben das komplizierte Verhältnis zwischen gewerkschaftlicher Basis und Gelben Westen.

Seit einigen Jahren jetzt haben sich die Eisenbahner daran gewöhnt, sich für die « Lokomotive » der verschiedenen Protestbewegungen zu halten, die breite Massen erfassen oder es versuchen. Zu Recht oder nicht… Aber ihre Teilnahme in Form von verlängerten frankreichweiten Streiks an den Protestbewegungen von 1995, 2003, 2010 und in jüngerer Zeit im Jahre 2016 gegen das Arbeitsgesetz war immer von Gewicht. Das hat den Eisenbahnern einen besonderen Platz als kämpferischem Bestandteil der Arbeiterklasse verliehen. Dies erklärt zum Teil, warum sie sich am Anfang abwartend verhalten gegenüber der Gelbwestenbewegung  und nur zögerlich « auf den Zug aufspringen ». Aber zum Zeitpunkt, wo wir schreiben, fangen sie an, diese zögerliche Haltung aufzugeben. Und der Argwohn weicht der Bewunderung.

Die Bewegung der Gelben Westen in Frankreich geistert seit Wochen auch durch die deutschsprachigen Medien. Die Positionen der französischen als auch der deutschsprachigen Linken sind gespalten und gehen von bedingungsloser Unterstützung, über Skepsis und Unsicherheit bis zur klaren Ablehnung. In dem Artikel schildern wir Eindrücke von der Bewegung und diskutieren politische Probleme.

Französisches Betriebsflugblatt vom 17.12.

Panische Angst muss die Regierung erfasst haben : Letzten Samstag schien sie in Paris und vielen anderen Provinzstädten den Belagerungszustand ausgerufen zu haben. Zur Abschreckung vor weiteren Demonstrationen griff sie nämlich zu drastischen Mitteln : Hubschrauber kreisten über Paris, die Polizei lieβ Panzer in den Straβen auffahren, gut fünfzig U-Bahn-Stationen und zwei Linien der RER A wurden geschlossen. Aber vor allem errichtete die Polizei viele Sperren an den Zugangsstraβen von Paris, um die Gelbwesten aus der Provinz zu kontrollieren. Die Gelbwesten, die aus den Pariser Hauptbahnhöfen kamen, mussten sich für Leibesvisitationen gegen die Wand stellen. Folgt die Regierung bald dem Beispiel des ägyptischen Diktators Al-Sissi, der die gelben Westen in Ägypten verbieten lieβ ?

Wer ist die RSO?
 
Die RSO (Revolutionär Sozialistische Organisation) arbeitet am Aufbau einer Organisation, die in Kämpfen eine Perspektive über den Kapitalismus hinaus aufzeigen kann. Wir nehmen an Demonstrationen und Aktionen teil, diskutieren solidarisch über unser Verständnis von Politik und welche Strategien wir brauchen und tauschen uns mit anderen AktivistInnen aus. Wir sind in Wien aktiv, haben aber Kontakt zu Gruppen und AktivistInnen in anderen österreichischen Städten und anderen Ländern.
 
Für Revolution und Sozialismus einzutreten, bedeutet über den engen Kreis der Linken hinauszuwirken und unsere Ideen in der ArbeiterInnenklasse zu verbreiten. Wir geben deswegen seit mehreren Jahren das Betriebsflugblatt Klartext in Wiener Krankenhäusern heraus, mit dem wir Missstände anprangern, KollegInnen ein Sprachrohr bieten und versuchen, Basisaktivitäten zu vernetzen. Mit anderen AktivistInnen gemeinsam haben wir die Initiative Care Revolution aufgebaut und diverse Demonstrationen und Protestaktionen organisiert
 
Für uns ist der Kampf gegen konkrete Ausbeutung am Arbeitsplatz, Unterdrückung durch Sexismus und Rassismus und die katastrophale Umweltzerstörung immer Verbunden mit einem Kampf gegen den Kapitalismus, der eine solidarisches Zusammenleben verhindert.