Italien

Wieso die Umbenennung des Bozener "Siegesplatzes" in der italienischen Provinz Südtirol zum nationalistischen Machtkampf zweier Parteien wurde, und wieso sich die italienischsprachige Bevölkerung von Bozen geschlossen hinter die PostfaschistInnen stellte, kann wohl nur die Geschichte des Landes beantworten.
Die Staatsgewalt hat auf dem G8 Treffen in Genua einen neuen Höhepunkt erreicht. 1 Toter, 250 Verhaftete und über 500 Verletzte gehen auf das Konto der Carabinieri. Die zuvor angekündigte Deeskalation ist für Italiens Ministerpräsident Berlusconi anscheinend ein Synonym für Tränengas und Panzer.
"AN will Bozen" titelte die deutschsprachige Tageszeitung "Dolomiten" - Haus- und Hofblatt der Südtiroler Volkspartei (SVP) - einige Tage vor dem Referendum rund um die Rückbenennung des Bozener "Friedensplatzes" in seinen alten faschistischen Namen "Siegesplatz". Zuvor hatte Gianfranco Fini, der Chef der postfaschistischen "Alleanza Nationale" vor der Kulisse des Siegesdenkmals mit den steinernen Rutenbündel und unter dem Jubel hunderter Fans eine Rede gehalten.
Genua 2001. Bomben im Vorfeld der G8-Demonstration, PolizeiprovokateurInnen und schließlich einige Tage nach der Demonstration eine Bombe in Venedig. Die Verantwortlichen für die Anschläge werden sogleich in der radikalen Linken vermutet und gesucht. Es zeigt sich ein ähnliches Muster, wie es schon in den 70er Jahren von den italienischen Geheimdiensten mit der sogenannten "Strategie der Spannung" angewendet wurde.