Türkei

Dies ist der Leitartikel unserer Betriebsflugbätter in Berlin, die wir gemeinsam mit der SAS verteilen. Wir setzen uns diesmal mit dem Korruptionsskandal in der Türkei auseinander - einer Korruption, die untrennbar mit dem Kapitalismus verbunden ist.

Seit Mitte Dezember protestieren 12.000 Beschäftigte des Tabakkonzerns TEKEL gegen die Privatisierung des Unternehmens. Die Solidarität unter den Lohnabhängigen ist groß.
Die türkische ArbeiterInnenbewegung hat einen wichtigen symbolischen Erfolg erreicht. Zum ersten Mal seit 33 Jahren konnte am 1. Mai wieder am zentralen Istanbuler Taksim-Platz aufmarschiert werden
Nachdem wir uns in Teil 1 mit den Grundstrukturen des politischen Herrschaftssystems in der Türkei, den Grundzügen der kurdischen Frage und der PKK und den gegenwärtigen Strömungen der türkischen Bourgeoisie (AKP und kemalistische Opposition) beschäftigt haben, wenden wir uns nun den aktuellen Auseinandersetzungen um Kurdistan zu. Die gegenwärtige Situation der kurdischen Bewegung in der Türkei muss vor dem Hintergrund von Veränderungen in Südostanatolien gesehen werden. In Nordkurdistan gab es in den letzten 5 Jahren soviel Investitionen wie in Jahrzehnten nicht. Es wurden Straßen, Spitäler, Schulen und Industrie gebaut und der Grenzhandel mit der kurdischen Autonomieregion im Nordirak explodierte. Angelegt wurde neben türkischem Kapital auch internationales, speziell aus der EU und aus Israel.
Wer ist die RSO?
 
Die RSO (Revolutionär Sozialistische Organisation) arbeitet am Aufbau einer Organisation, die in Kämpfen eine Perspektive über den Kapitalismus hinaus aufzeigen kann. Wir nehmen an Demonstrationen und Aktionen teil, diskutieren solidarisch über unser Verständnis von Politik und welche Strategien wir brauchen und tauschen uns mit anderen AktivistInnen aus. Wir sind in Wien aktiv, haben aber Kontakt zu Gruppen und AktivistInnen in anderen österreichischen Städten und anderen Ländern.
 
Für Revolution und Sozialismus einzutreten, bedeutet über den engen Kreis der Linken hinauszuwirken und unsere Ideen in der ArbeiterInnenklasse zu verbreiten. Wir geben deswegen seit mehreren Jahren das Betriebsflugblatt Klartext in Wiener Krankenhäusern heraus, mit dem wir Missstände anprangern, KollegInnen ein Sprachrohr bieten und versuchen, Basisaktivitäten zu vernetzen. Mit anderen AktivistInnen gemeinsam haben wir die Initiative Care Revolution aufgebaut und diverse Demonstrationen und Protestaktionen organisiert
 
Für uns ist der Kampf gegen konkrete Ausbeutung am Arbeitsplatz, Unterdrückung durch Sexismus und Rassismus und die katastrophale Umweltzerstörung immer Verbunden mit einem Kampf gegen den Kapitalismus, der eine solidarisches Zusammenleben verhindert.