Brasilien

Die WM wird weiter von Protesten und Kritik begleitet. In der aktuellen Vorderseite unserer Betriebsflugblätter in Berlin nehmen wir Stellung zu den profitablen Geschäften der FIFA auf dem Rücken der Arbeitenden und der armen Bevölkerung.
In der brasilianischen Metropole prallen die sozialen Gegensätze knallhart aufeinander. Oft befinden sich zwischen den Residenzen der „Reichen und Schönen“ und dem Elend der SlumbewohnerInnen nur wenige Meter. Unter dem Deckmantel des Umweltschutzes wird nun eine 13 Mio. Euro (!) teure, 11km lange und 3m hohe Betonmauer errichtet, die die BewohnerInnen der Favelas wegsperrt.

Noch nie gab es gegen eine Fußball-Weltmeisterschaft derart heftige Proteste wie aktuell in Brasilien. Ausgerechnet in einem der fußballverrücktesten Länder der Welt gehen massenhaft Menschen gegen die sozialen Begleiterscheinungen des Mega-Events auf die Straße. Sollten wir als Linke also diese WM nicht boykottieren?

"Ich habe mich verändert [...]" meint Lula, der Sieger der brasilianischen Stichwahlen vom 27. Oktober. Diesem kurzen Statement kann nur zugestimmt werden. Vor einigen Jahren noch war Luiz Inácio da Silva, kurz Lula, Vorsitzender der linkssozialdemokratischen Arbeiterpartei PT (Partido dos Trabalhadores), gut darin geübt, marxistische Phraseologien zu gebrauchen. Heute spricht Lula nicht mehr darüber, bereits privatisierte Betriebe wieder zu verstaatlichen und auch seine feurigen Reden, die Zahlungen an den IWF einzustellen, gehören der Vergangenheit an. Und genau das dürfte auch ein Grund für seinen Wahlerfolg sein - hatte er doch bei diesem Urnengang stark auf die bürgerlichen Stimmen gesetzt.
Wer ist die RSO?
 
Die RSO (Revolutionär Sozialistische Organisation) arbeitet am Aufbau einer Organisation, die in Kämpfen eine Perspektive über den Kapitalismus hinaus aufzeigen kann. Wir nehmen an Demonstrationen und Aktionen teil, diskutieren solidarisch über unser Verständnis von Politik und welche Strategien wir brauchen und tauschen uns mit anderen AktivistInnen aus. Wir sind in Wien aktiv, haben aber Kontakt zu Gruppen und AktivistInnen in anderen österreichischen Städten und anderen Ländern.
 
Für Revolution und Sozialismus einzutreten, bedeutet über den engen Kreis der Linken hinauszuwirken und unsere Ideen in der ArbeiterInnenklasse zu verbreiten. Wir geben deswegen seit mehreren Jahren das Betriebsflugblatt Klartext in Wiener Krankenhäusern heraus, mit dem wir Missstände anprangern, KollegInnen ein Sprachrohr bieten und versuchen, Basisaktivitäten zu vernetzen. Mit anderen AktivistInnen gemeinsam haben wir die Initiative Care Revolution aufgebaut und diverse Demonstrationen und Protestaktionen organisiert
 
Für uns ist der Kampf gegen konkrete Ausbeutung am Arbeitsplatz, Unterdrückung durch Sexismus und Rassismus und die katastrophale Umweltzerstörung immer Verbunden mit einem Kampf gegen den Kapitalismus, der eine solidarisches Zusammenleben verhindert.