Geschichte der Frauenbewegung

 Wird heute die Notwendigkeit des Kampfes für Frauenbefreiung erkannt – und nicht mit einem postmodern-überlegenen oder dumpf-angepassten Lächeln als angeblicher Anachronismus entsorgt –, dann geht damit zumeist die Vorstellung von klassenübergreifend gemeinsamen Interessen aller Frauen einher. Dahinter steht die Sichtweise, dass soziale Diskriminierung und Unterdrückung in unserer Gesellschaft alle Frauen gleichermaßen betrifft. Folgerichtig werden dann eine diffuse „Frauenpower“ oder gleiche Karrierechancen gefordert und auf Veränderungen durch die Institutionen des Systems gebaut.

Materialien und Dokumente 1919-1928, mit einem Vorwort von Manfred Scharinger

Am 8. März ist der Internationale Frauenkampftag. Aus diesem Anlass möchten wir auf unseren Artikel zu "Zustand und Perspektiven der Frauenbewegung " und unseren Themenschwerpunkt zu "Frauenbefreiung und Klassenkampf " verweisen.
Schon 5 Jahre bevor Karl Marx und Friedrich Engels 1848 das "Manifest der Kommunistischen Partei" veröffentlichten, publizierte Flora Tristan in Paris eine Schrift, die für die ArbeiterInnenbewegung sehr zentral war. Flora Tristans "Union Ouvrière" (Arbeiterunion) erreichte damals eine viermal höhere Auflage als das Manifest. Sie richtete sich an alle ArbeiterInnen und propagierte einen Gegenentwurf zum damaligen bestehenden Funktionieren der Gesellschaft. Als eine der Ersten verband sie dabei sozialistische und feministische Gedanken.