Thesen und Stellungnahmen der RSO

Anlässlich des Anschlags auf Charlie Hebdo und der darauf folgenden neue Welle der Islamfeindlichkeit gab es viele Stellungnahmen linker Organisationen und Autor_innen. Während die einen vor allem die Verteidigung der Presse- und Meinungsfreiheit hochhielten, betonten die anderen den Kampf gegen antimuslimischen Rassismus oder kritisierten einzelne Cartoons der französischen Satirezeitung als rassistisch. Wir sehen viele richtige Aspekte in beiden Positionen und möchten die Komplexität und Widersprüchlichkeit der Thematik betonen. Diese Thesen sind nicht endgültig, sondern eine Bestandsaufnahme unseres Diskussionsstandes.

In großen Teilen der Welt spielt Rassismus eine zentrale Rolle bei der Spaltung der Lohnabhängigen und Ausgebeuteten. Die Mitgliederversammlung der RSO hat sich intensiv mit den Thema und den möglichen Antworten der ArbeiterInnenbewegung beschäftigt und folgende Thesen verabschiedet.
In den meisten Ländern sind die revolutionären Kräfte heute auf eine Vielzahl von Organisation aufgeteilt. Diese Situation ist insgesamt sehr negativ. Mit unserem Text wollen wir einen Beitrag leisten zu den Debatten um Umgruppierungen, die es derzeit in einer Reihe von Ländern gibt.

Wir, die Mitglieder der Uni-Gruppe der RSO  in Österreich, sind StudentInnen und politische AktivistInnen. Wir sind Teil einer revolutionär-marxistischen Organisation, die für die Überwindung des Kapitalismus und die Zerschlagung des bürgerlichen Staats kämpft. Wir glauben daher, dass politische Aktivität auf der Uni nicht auf diese beschränkt sein darf, sondern diese letztlich in einen größeren Kampf für die Veränderung der gesamten Gesellschaft eingebettet sein muss. Deshalb sind wir auch nicht als unabhängige Gruppe auf der Uni organisiert, sondern als Teil einer revolutionären Organisation. Dennoch sind wir bei unserer politischen Aktivität auch auf der Uni aktiv. Im Folgenden soll es nun darum gehen, kurz unsere grundlegenden Positionen, sowohl zu wissenschaftlichem Betrieb und Unipolitik als auch zu revolutionärer Theorie und Praxis und der Verbindung der beiden Bereiche, darzulegen.