Linke Geschichte

Zwischen den Jahren 1975 und 1976 wurde für die Wiener Festwochen die große Halle des ehemaligen Auslands-Schlachthofs St. Marx im industriell geprägten Stadtteil Erdberg gewählt. 1976 sollte das Gebäude nach dem Ende des Veranstaltungsprogramms abgerissen werden, um ein Textilzentrum zu errichten. Diese Pläne riefen jedoch massive Proteste hervor, die schließlich zur Besetzung des Geländes führten. Eine Gruppe von ArchitekturstudentInnen hatte am 26. Juni 1976 mit dem Slogan „Der Schlachthof darf nicht sterben“ zu einem Treffen auf dem Gelände aufgerufen. Am Tag darauf forderten die Musik-Gruppen Keif und Schmetterlinge rund um Willi Resetarits („Ostbahn-Kurti“) auf dem „Anti-Schleiferfest“ am Naschmarkt dazu auf, am Abend in den Auslands-Schlachthof zu einer Aktion mit offenem Ende zu kommen. Etwa 500 bis 700 Personen folgten in der Nacht vom 27. auf den 28. Juni diesem Aufruf. Drei Monate dauerte die Besetzung, Leonard Cohen, Wolfgang Ambros, Georg Danzer, Peter Turrini und viele andere beteiligten sich mit Auftritten, das Kärntnertortheater gastierte mit Brechts „Die heilige Johanna der Schlachthöfe“.

Mikhail Gorbatschow, geboren 1931, wurde nach dem Tod seines Vorgängers im März ’85 neuer Parteivorsitzender der KPdSU - mit damals 54 Jahren jüngster Parteivorsitzender seit Lenin. Gorbat-schow - dessen Name scheinbar untrennbar mit den Begriffen „Perestroika“ (Umbau, Reform) und „Glasnost“ (Offenheit) verbunden ist - begann eineinhalb Jahre nach Amtsantritt mit wohlklingenden und vielversprechenden Namen getarnte Privatisierungen und damit Kapitalisierungen der bis dato staatlich kontrollierten Wirtschaft. Gorbatschow war nicht selbst der „Erfinder“ dieser Veränderungen - er hatte mehr die Rolle des Präsentators inne. Er wurde 1985 von einem Komitee aus später mehrheitlich entschiedenen Gegnern der Perestroika zum Generalsekretär gewählt. Vormals zeigte er sich als strukturkon-servativer und linientreuer Stalinist, der noch ’86 anmahnte, Vorsicht und größte Zurückhaltung gegenüber der Beurteilung der Stalinzeit walten zu lassen. Doch schon ein Jahr später proklamierte er, daß niemals verziehen oder beschönigt werden sollte, was ’37 und ’38 geschehen sei und die damaligen Machthaber die Schuldigen waren.

Gerade im "Jubeljahr" 2005 werden Neutralität und Staatsvertrag als wesentliche Eckpunkte des österreichischen Selbstverständnisses hochgelobt. Auch im Verständnis großer Teile der Bevölkerung ist gerade die Neutralität etwas Beschützens- und Bewahrenswertes. Doch was steckt hinter dem Mythos Neutralität? War Österreich überhaupt jemals neutral? Und wäre das wünschenswert? Ein Blick hinter die Kulissen der offiziellen Geschichtsschreibung.

Der Aufstand des Warschauer Ghettos im Frühjahr 1943 war ein ebenso außergewöhnlicher wie heldenhafter Kampf des Proletariats. Der Widerstand von schlecht bewaffneten Juden und Jüdinnen gegen die bewaffnete Macht der SS widerlegt die Legende, dass sich die jüdischen Massen gegenüber dem Nazi-Terror fügsam verhalten hätten.

Der Nahe und Mittlere Osten war in den letzten Jahren ein zentraler Schauplatz der internationalen Politik. Neben der imperialistischen Intervention im Irak spielte dabei der Palästina-Konflikt eine zentrale Rolle. Auch in der Debatte der deutschsprachigen Linken nahm er eine wichtige Stellung ein. Dies ist Grund genug für uns, die Konturen einer marxistischen Herangehensweise zu skizzieren und zur Diskussion zu stellen.