Linke Theorie

Die Frauenbewegung hat in den letzten 20 Jahren einen dramatischen Niedergang erlebt. Sie hat ihren Bewegungscharakter weitgehend verloren. Aktive Selbstorganisation und kollektiver Kampf gegen Sexismus in Ökonomie, Staat und Alltag sind zurückgegangen; vor allem im akademischen und staatlichen Bereich erlangten einzelne ehemalige Aktivistinnen Posten im herrschenden System. Die noch bestehenden feministischen Strukturen haben kaum Verbindung zur breiten Masse der lohnabhängigen Frauen. Wie konnte es dazu kommen?

 

In Teilen der Linken ist Basisdemokratie ein unhinterfragtes Konzept. Dabei sind die Vorstellungen darüber höchst unterschiedlich. Dieser Artikel stellt den Versuch dar, sich seriös mit einigen „basisdemokratischen“ Ansätzen auseinanderzusetzen und ist damit zugleich ein Beitrag zur Debatte über politische Organisierung innerhalb der Linken und der ArbeiterInnenbewegung. Um Theoretisches zu veranschaulichen, greifen wir dabei auch auf Beispiele aus der österreichischen „Uni brennt“-Bewegung vom Herbst 2009 zurück, die der Autor selbst miterlebt hat.

Im Anschluss beschäftigt sich Manfred Scharinger in einem Diskussionsbeitrag mit einem Teilaspekt dieser Debatte – dem imperativen Mandat.

 

Universitäten und Schulen sind Strukturen des bürgerlichen Staates und von daher auch ein Ausdruck ebendieses Staates. So wie die Geschichte der Pflichtschule ohne das Klasseninteresse der Bourgeoisie nicht denkbar ist, wird auch in Zukunft in letzter Instanz das Schulsystem ein Ausdruck des Klassenstaates und jener Klasse, der dieser Staat verpflichtet ist und in dessen Interesse dieser agiert, bleiben müssen. Eine „kritische Erziehung“ kann deshalb von MarxistInnen nicht den Schulen und Unis des bürgerlichen Staates überantwortet werden. Die bürgerliche Gesellschaft nützt die Schule systematisch als Ort, um Kinder und Jugendliche für das kapitalistische System funktionstauglich zu machen. Das geschieht nicht aus Jux und Tollerei, sondern ist notwendiger Teil eines funktionsfähigen kapitalistischen Schulbetriebs. An den Unis ist diese Disziplinierung indirekter, versteckter – und auch geringer, sollen hier doch die oberen, also später relativ selbstständig arbeitenden oder leitenden, Arbeitskräfte herangezogen werden.

Unsere Broschüre "Nationalismus und nationale Frage" von Februar 2007 ist nun auch online verfügbar. Der Text besteht aus vier Teilen: Die Thesen 1-7 beschäftigen sich mit der historischen „Entwicklung der nationalen Frage“. Teil 2 (8-18) skizziert die „marxistische Positionierung in der nationalen Frage“. Die Thesen 19- 28 untersuchen die „Lösungsversuche in der UdSSR“ und Teil 4 (29-43) behandelt die „nationale Frage heute“...

 

Verschleierung, Zwangsehe, Ehrenmorde, Frauenhandel… Diese Formen von Gewalt gegen Frauen sind in den letzten Jahren verstärkt in politischen Diskussionen aufgetaucht. Der Haupttenor richtet sich gegen diese Formen „traditionsbedingter“ Gewalt und verbindet diese Kritik mit einer an „der Kultur“, die diese Gewalt angeblich hervorbringt. Diese marxistische Positionierung haben wir vor 10 Jahren geschrieben, das Thema ist wieder oder immer noch aktuell, unsere Positionen auch.

 

Sexualität ist ein wichtiger Teil unseres Lebens. In der modernen kapitalistischen Gesellschaft sind sexualisierte Darstellungen allgegenwärtig. In der ArbeiterInnenbewegung und der Linken ist das Thema hingegen oft stark unterbelichtet. Wir stellen hier einige grundlegende Überlegungen an – zur Entwicklung von Sexualität im Kapitalismus, zum zeitgenössischen Attraktivitätsmarkt und zu den Positionen der sozialistischen Bewegung zu Sex, Liebe und Moral.

 

Kleinfamilie: Obwohl in den letzten Jahrzehnten immer mehr erodiert, ist die bürgerliche Kleinfamilie heute nach wie vor die am meisten verbreitete Form des menschlichen Zusammenlebens in hoch entwickelten kapitalistischen Ländern. Für den Kapitalismus spielt die Kleinfamilie eine wichtige Rolle. Wir widmen uns ihrer historischen Herausbildung und theoretischen Analyse.

"Fairtrade"-Produkte gibt's mittlerweile fast schon in jedem Supermarkt und die Produktpalette wird immer breiter. Im vergangenen Jahr konnte in Österreich deren Handelsumsatz auf über 42 Mio. Euro gesteigert werden. Dies entspricht einem Wachstum von mehr als 63% gegenüber dem Vorjahr. Es scheint also, als ob die "bewussten" und "verantwortungsvollen" KonsumentInnen ihrem Ziel einer gerechteren Welt schon wesentlich näher gekommen wären…

 

Der Theoriestrang der Kritischen Theorie erfreut sich im akademischen Milieu immer noch großer Beliebtheit. Uns geht es hier weniger um eine besonders detaillierte Analyse des theoretischen Machwerks der Kritischen Theorie. Wir wollen vielmehr zeigen, warum ihre reaktionäre politische Praxis in ihren theoretischen Konzepten wurzelt.